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Einer der Besten in ganz Bayern Drucken


JUBILÄUM
Der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft feierte
sein 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Ireks.
Für seine Arbeit gab es viel Lob und höchste Anerkennung.



20 Jahre Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, das ist eine zwei Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte. Die Leistungen und Erfolge dieses Zusammenschlusses wurden am Mittwochabend deutlich, als anlässlich dieses Jubiläums ein Festakt in den Räumen der Ireks stattfand. Zahlreiche Redner unterstrichen die Bedeutung und den Stellenwert dieses Zusammenschlusses im Bereich der Ausbildung junger Menschen. Stellvertretend für die vielen Redner sei Landrat Klaus Peter Söllner genannt, der dem Kulmbacher Zusammenschluss ein hervorragendes Zeugnis ausstellte: „Unser Arbeitskreis Schule-Wirtschaft dürftewohl einer der Besten in ganz Bayern sein. Das hier ist Qualität, auf die wir stolz sind.“


Zuverlässiger Partner

Der Landrat, dessen Amtsvorgänger Herbert Hofmann bereits den Arbeitskreis nach Kräften unterstützt hatte, bezeichnete den Landkreis als festen und zuverlässigen Partner von Anfang an. Im Kulmbacher Arbeitskreis seien Zeichen gesetzt worden, die weit über die Grenzen des Kreises hinaus strahlten. Exemplarisch dafür nannte Söllner die Ausbildungsmessen, die über einen langen Zeitraumhinweg den Kulmbacher Aktivitäten ein Alleinstellungsmerkmal verliehen hätten. Zur Erfolgsgeschichte trugen auch die Auslobung des Ausbildungspreises und die Durchführung des
Schülerzeitungswettbewerbs bei. Dies alles seien glänzende Zeichen gemeinsamen Engagegements in Gesellschaft und Wirtschaft.

Durchs Programm führten Annegret Kühne und Dr. Michael Pfitzner, die dem Arbeitskreis im Bereich Wirtschaft und Schule vorstehen. Sie dankten
allen Mitstreitern, die der Vereinigung in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur Seite gestanden hatten und noch immer stehen. Namentlich genannt wurden unter anderem Landrat Klaus Peter Söllner, Altlandrat Herbert Hofmann, Ex-Schulrat Karl Pöhlmann, BR-Verlagsgeschäftsführer
Bernd Müller, Schulrat Jürgen Vonbrunn, Jürgen Rötche und Manfred Weber von der Werbeagentur Creativ Management. Annegret Kühne freute sich, mit demehemaligen BMW-Vorstand Ernst Baumann einen kompetenten Festredner in Kulmbach willkommen heißen zu dürfen. Baumann steht dem Landesgremium Schule-Wirtschaft vor. Er hatte an der TU Karlsruhe studiert und war an verantwortlichen Stelle für die BMW AG in München, Berlin und Südafrika tätig. Bis 2008 leitete er den Bereich Personal und Sozialwesen.

„Das Wichtigste ist das Zuhören“

Baumann bemühte die Jazz-Beiträge des MGF-Saxophonensembles (Leitung: Edgar Stübinger) als Allegorie für eine gelungene Unternehmenskultur:
Hier wie dort gelte es, ein Instrument zu beherrschen, trotz etwaiger Dissonanzen ein Stück zum Erfolg zu führen und die Führung zu übernehmen. „Das Wichtigste aber ist das Zuhören“, lautete die Kernaussage in diesem Bereich. Die Bildung nannte Baumann eine „Investition in die Zukunft“.
Die 100 Arbeitskreise Bayerns verfolgten das Ziel, Zukunft gemeinsam zu gestalten. Bundesweit gebe es 450 Arbeitskreise, in denen 22 000 Personen und rund 8000 Firmen engagiert sind. „Mit unserem Netzwerk können wir Dinge voranbringen und was bewegen.“
In seinen Ausführungen über die wirtschaftliche Situation in Deutschland mahnte Ernst Baumann, Augenmaß zu halten. „Wenn man wie ich aus Südafrika nach Deutschland kommt, dann ist man überrascht, was hierzulande als Krise gesehen wird. Deutschland ist nach wie vor  Exportweltmeister, und wir sind an dieser Stelle, weil wir einen Rohstoff besser ausgeschöpft haben als andere. Dieser Rohstoff, der uns trägt, heißt
Bildung.“

Der Redner wies darauf hin, dass Deutschland als rohstoffarmes Land gar keine andere Wahl hat, als auf Bildung zu setzen, will es seine Rolle als Innovationsführer nicht aufs Spiel setzten. Ein anderes Konzept für den Erfolg sei es, ein „FastFollower“ zu sein, also Erfolgskonzepte rasch zu kopieren und günstiger als die Mitbewerber zu produzieren. Dies aber verbiete sich sich in Deutschland, da es als Hochlohnland hier nicht mithalten
könne. Vor diesem Hintergrund rief Baumann dazu auf, die Leistung der Mitarbeiter zu würdigen. Die Menschen machten die Unterschiede und sorgten für Innovationsleistungen, die Deutschland einen Vorsprung vor anderen Nationen bescheren. Bildung beschere Wettbewerbsvorteile, aber auch persönliche Entfaltungsmöglichkeiten.
Nicht zu unterschätzen sei auch der Stellenwert der Bildung als integratives Element in der Gesellschaft. Für eine erfolgreiche Zukunft Deutschlands hieltBaumann gut ausgebildete Mitarbeiter für unerlässlich. Dies mache der schnelle und kontinuierliche Wechsel in der Wirtschaftswelt notwendig. Leider aber verfügten in Deutschland nur 22 Prozent der Erwerbstätigen über einen Hochschulabschluss, in der OECD seien es dagegen 36 Prozent.
Bedauerlich sei hierzulande auch der hohe Satz an Studienabbrechern. Der Arbeitsmarkt sei gekennzeichnet von einem Mangel an hoch qualifizierten
Bewerbern.

Im Bereich niedrig Qualifizierter aber bestehe ein Überangebot. Dieser Trend setze sich leider fort, und so klaffe im Jahr 2030 eine Lücke von 1,5 Millionen an hochqualifizierten Menschen. Als Grundübel machte der ehemalige Manager gesellschaftliche Mängel aus wie zum Beispiel zu geringe soziale Kompetenz, mangelhafte Kommunikation und geringe Leistungsbereitschaft. Viele Schüler aus allen Bereichen hätten zudem eine unrealistische Selbsteinschätzung. 7,4 Prozent aller Jungen und Mädchen verließen die Schule ohne jeglichen Abschluss, 20 Prozent besäßen
nicht die notwendige Ausbildungsreife. Den Menschen eine Chance geben Baumann rief dazu auf, solche Menschen nicht beiseite zu
schieben. Die BMWAG habe in diesem Bereich ein eigenes Projekt initiiert und gute Erfolge vorzuweisen. „80 Prozent aus dieser Gruppe werden ausbildungsfähig, weil sie feststellen, dass sie etwas wert sind und weil man ihnen eine Chance gibt.“ Die Schlüssel aber für eine gute
wirtschaftliche Entwicklung liege in der Bildung. Baumann zitierte Henry Ford: „Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt in den Klassenzimmern.“

Quelle: Bayerische Rundschau vom 1./2./3. Mai 2009